Entstehung und Struktur des Runden Tischs gegen Rassismus

Im Februar 2023 veröffentlichten zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen – darunter der Migrationsbeirat Heidelberg, das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, die Muslimische Akademie, die Hochschule für Jüdische Studien, das Kulturhaus Karlstorbahnhof und das Bündnis „Erinnern.Verändern“ – einen offenen Brief an die Stadt Heidelberg. Sie forderten die Einrichtung eines Runden Tischs gegen Rassismus als langfristige und nachhaltige Struktur zur interdisziplinären Zusammenarbeit im Kampf gegen Rassismus.

Das Amt für Chancengleichheit entwickelte daraufhin in enger Abstimmung mit dem Vorstand des Migrationsbeirats ab August 2023 einen umfassenden Partizipationsprozess. Ziel war es, mit in Heidelberg aktiven Expert*innen, antirassistischen und (post-)migrantischen Vereinen sowie Initiativen ins Gespräch zu kommen und ihre Perspektiven, Erfahrungen und Bedarfe einzubeziehen.

Im Oktober 2023 fand ein erstes öffentliches Vernetzungs- und Austauschtreffen statt. Zahlreiche Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Kultur und Bildung diskutierten gemeinsam mit dem Amt für Chancengleichheit und dem Interkulturellen Zentrum über die Struktur des künftigen Runden Tischs. Zusätzlich wurden Expert*innen in Einzelgesprächen eingebunden. Aus dem Treffen ging ein Arbeitskreis hervor, der die Geschäftsordnung des Runden Tischs entwarf.

Im Januar 2024 folgte ein offenes Community-Lab im Kulturhaus Karlstorbahnhof, das sich an alle Menschen richtete, die sich in Heidelberg für Vielfalt und gegen Diskriminierung engagieren möchten. Neben der Begrüßung durch Bürgermeisterin Stefanie Jansen und Jaswinder Pal Rath (Migrationsbeirat) hielt Saraya Gomis, Mitglied im Expert*innenrat der Bundesregierung, eine richtungsweisende Keynote. Interaktive Formate und Podiumsgespräche ermöglichten eine gemeinsame Weiterentwicklung erster Themenfelder.

Im März 2024 – im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus – wurde bei einem weiteren Treffen die Geschäftsordnung finalisiert. Im Juni 2024 folgte ein weiteres Beteiligungsformat im Interkulturellen Zentrum – das Imagination Lab – bei dem die Teilnehmer*innen anhand verschiedener Methoden dazu angeregt wurden, antirassistische Utopien zu entwickeln.

Zur nichtöffentlichen Gründungssitzung trafen sich Vertreter*innen von 30 Vereinen, Gruppen und Initiativen im Rathaus unter der Leitung von Bürgermeisterin Stefanie Jansen. Dabei verabschiedeten sie eine Erklärung zum gemeinsamen Selbstverständnis, sowie die gemeinsam erarbeitete Geschäftsordnung.

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